
1. Dezember 2025
Der Dezember trägt seinen Namen vom lateinischen decem – „zehn“.
Erst seit 153 v. Chr. beginnt das Jahr am 1. Januar, und so wurde der zehnte zum zwölften Monat.
Er ist eine Schwelle: der Übergang von der tiefsten Dunkelheit zurück ins Licht. Alte Namen wie Julmond, Christmonat und Heilmond erinnern daran, wie eng dieser Monat seit Jahrtausenden mit Hoffnung, Heilung, Licht und Neubeginn verwoben ist.
Wintersonnenwende – Wendepunkt des Jahres
Am 21. Dezember erreicht die Dunkelheit ihren Höhepunkt:
Der kürzeste Tag. Die längste Nacht. Ein Moment kosmischer Stille. Mit diesem Wendepunkt schließt sich ein Zyklus – und ein neuer beginnt.
Sanft, leise, unaufhaltsam. Die Natur ruht, die Welt atmet langsamer. Alles reduziert sich auf das Wesentliche.
Das Licht kehrt nicht laut zurück – es beginnt leise im Inneren.
Uralte Wurzeln
Der Dezember ist weit mehr als ein christliches Fest. Schon am Ende der Eiszeit feierten Menschen das Zurückkehren des Lichts, das Überstehen der dunkelsten Zeit. Gemeinschaft am Feuer, das Schmücken mit Immergrün als Symbol des Lebens, Dankbarkeit für Schutz und Wärme.
Die Kirche legte den 25. Dezember bewusst in diese Zeit, um die Geburt des „Lichts der Welt“ mit dem uralten Fest der erneuerten Sonne zu verweben. Der 25. Dezember war im römischen Kalender das Fest der Wintersonnenwende – die „Wiedergeburt der Sonne“, gefeiert mit den Saturnalien und dem Fest des Sol Invictus. Da die Bibel kein Geburtsdatum Jesu nennt, legte die Kirche Weihnachten bewusst auf dieses Lichtfest.
In Skandinavien wird am Lucia-Tag eine Figur geehrt, die weiß gekleidet und mit Kerzen im Haar durch die Dunkelheit geht. Sie verkörpert ein sanftes, weibliches Licht: Führung, Hoffnung, Klarheit.
Immergrün als Zeichen der Lebenskraft, Kerzen für Trost, Geschenke für Wertschätzung, gemeinsame Mahlzeiten als Kreis von Wärme und Schutz.
Ob christlich, spirituell oder weltlich – diese Zeit trägt das gleiche Herz: Gemeinschaft. Licht und Menschlichkeit.
Eine völlig natürliche Antwort des Körpers auf Kälte, Dunkelheit und Rückzug: Müdigkeit, Schwere und Verlangsamung.
Der Dezember lädt dich ein:
Diese dunkle Zeit ist notwendig, damit im Inneren ein neues Licht entflammen kann. Vielleicht spürst du, dass deine Seele Sehnsucht nach Ruhe, Geborgenheit und Nähe sucht– oder das Bedürfnis, dich wie ein kleiner Same zusammenzurollen, aus dem später dann etwas Neues wächst.
Eine Schwelle-Eine Zwischenzeit und ein Raum zwischen den Welten – dem Alten und dem Neuen.
Traditionell werden in dieser Zeit Träume gedeutet, Räucherungen durchgeführt, Häuser gereinigt, Ahnen geehrt, Visionen empfangen und das kommende Jahr energetisch vorbereitet.
Dies sind energetisch hochschwingende offene Tage, die Zugang zu innerer Klarheit und seelischer Tiefe öffnen. Zwischen den Jahren. Ein kollektives Innehalten, das uns einlädt, aus dem Kalender auszusteigen und in den Zyklus des Seins einzutreten.
Zünde täglich eine Kerze an und nimm dir ein klein wenig Zeit für einige Sekunden ins Licht zu schauen und dich zu spüren.
Wo in deinem Körper spürst du das Licht und die Flamme?
Atme. Spüre dein Gewicht auf dem Boden, spüre, was jetzt gerade da ist.
Und dann, lade dein Licht ein. Nur ein leises, kleines aber spürbares echtes Licht. In dir.